Nr. 172, Dezember 2004

 

Schwerpunkte: Essay (Helmut Böttiger über Wilhelm Genazino, Oliver Vogel über Wolfgang Koeppen, Jutta Müller-Tamm über Brigitte Kronauer), neue Prosa von Thomas Lehr und Silke Scheuermann, Lyrik (Haris Vlavianos, vorgestellt von Torsten Israel, sowie neue Gedichte von Michael Krüger mit einer Einleitung von Aris Fioretos, dazu Gedichte von Ferenc Szijj).

  • Auf Tritt … Jo Shapcott, vorgestellt von Matthias Göritz.
  • Joachim Kalkas Kolumne "GB/US" beschäftigt sich mit der kriminellen Karriere des Sohns der "Eisernen Lady" Margaret Thatcher.

Editorial

„Sprache im technischen Zeitalter veröffentlicht literarische Texte, Essays und Untersuchungen zur Sprache und Literatur der Gegenwart“, so lautet, noch vom Gründer dieser Zeitschrift, Walter Höllerer, formuliert, das etwas lapidar daherkommende programmatische Motto dieser Zeitschrift. Üblicherweise liefern wir Quartal für Quartal eine Nummer mit klar konturiertem Schwerpunkt; diese 172. Ausgabe hingegen orientiert sich eher an dem oben zitierten Leitsatz. Mit neuen Prosatexten und viel Lyrik, mit Essays und einer Untersuchung zur Literatur der Gegenwart. Das Heft beginnt mit Helmut Böttigers Büchner-Preis-Laudatio auf Wilhelm Genazino: „Kafkas Lachen“. Die Abteilung Essay wird von Oliver Vogel fortgesetzt, der sich mit Wolfgang Koeppens erstem Roman Eine unglückliche Liebe beschäftigt. In ihrem Aufsatz „Die Unvermeidlichkeit der Literatur“ setzt sich die Berliner Literaturwissenschaftlerin Jutta Müller-Tamm mit Brigitte Kronauers Poetik des Autobiographischen auseinander. „Poetik des Autobiographischen“ könnte im übrigen Überschrift für alle drei genannten Annäherungen an Autoren sein.

In der Abteilung Prosa findet sich ein Vorabdruck aus dem neuen Roman von Thomas Lehr, der im Herbst 2005 erscheinen wird. Er führt in die Schweiz und in die vielen fremde Welt der Physik. Silke Scheuermann hingegen führt uns in ihrer Erzählung „Lisa und der himmlische Körper“ in das wenig himmlische Frankfurter Bahnhofsviertel.

Den geheimen Schwerpunkt dieses Heftes aber bildet die Lyrik. In unserer Reihe „Auf Tritt Die Poesie“ stellt Matthias Göritz die 1953 geborene Britin Jo Shapcott vor. Im weiteren finden sich Gedichte des polyglotten Atheners Haris Vlavianos, der von Torsten Israel eingeführt wird. Darüber hinaus drucken wir sechs neue Gedichte von Michael Krüger, der schwedische Autor Aris Fioretos leitet sie ein: „Krügers Gewitter“. Und zum guten Schluß der Abteilung ist der ungarische Lyriker Ferenc Szijj zu entdecken.

And last but not least berichtet Joachim Kalka in seiner Kolumne GB/US darüber, wie schwer es sein kann, Sohn zu sein. Doch dieses Mal geht es nicht um George W., den zur Zeit wohl prominentesten Sohn, sondern um den in afrikanischen Kalamitäten steckenden Mark Thatcher, Nachkomme der eisernen Lady.


Inhalt

<><font color="#ffffff"><> </font>>
Essay  
Helmut Böttiger
Kafkas Lachen 390
Oliver Vogel Schwankende Gestalten, unglückliche Liebe 400
Jutta Müller-Tamm Die Unvermeidlichkeit der Literatur 414
   
Prosa  
Thomas Lehr Artefakte 428
Silke Scheuermann Lisa und der himmlische Körper 438
   
Auf Tritt Die Poesie  
Matthias Göritz Selbst das Wörterbuch lacht 455
Jo Shapcott Gedichte 457
   
Lyrik  
Torsten Israel Sechs Notizen zu Haris Vlavianos 463
Haris Vlavianos Gedichte 466
Aris Fioretos Krügers Gewitter 474
Michael Krüger Gedichte 480
Ferec Szijj Der Schatten des Schlüssels 486
   
Joachim Kalka GB/US. Notizen (XIV) 228