Nr. 165, März 2003

Im Zentrum des Heftes stehen die Beiträge der Berliner Autorenwerkstatt Prosa 2002. Diese Veranstaltungsreihe, aus der so renommierte Autoren wie Judith Hermann und Zsuzsa Bánk, Georg Klein und Norbert Zähringer hervorgegangen sind, wurde mit Thorsten Becker, Larissa Boehning, Tiin Kurtz, Ulla Lenze, Luo Danxia, E. A. Markmiller, Sebastian Orlac und Jana Scheerer fortgesetzt. Außerdem:

  • Felix Philipp Ingold stellt Joachim Sartorius in der Reihe „Auf Tritt Die Poesie“ vor, die Sartorius sieben Jahre lang betreut hatte.
  • Wilhelm Haefs interpretiert Wolfgang Wolfgang Koeppens Gedicht nach potsdam. Es ist Peter Huchel gewidmet, dessen hundertster Geburtstag am 3. April begangen wird.
  • Im Interview: der Kafka-Biograph Reiner Stach.
  • Joachim Kalka macht Notizen zur Schwierigkeit, politcal correctness und Literatur unter einen Hut zu bringen.

Editorial

Willkommen und Abschied: Unter dieses Motto könnte man das vorliegende 165. Heft dieser Zeitschrift stellen. Willkommen geheißen werden seit 1997, dem Jahr, in dem erstmals die Berliner Autorenwerkstatt aus Mitteln des Berliner Senats im Literarischen Colloquium durchgeführt wurde, jeweils acht Autorinnen und Autoren in der Zunft der Schreibenden. Viele Namen derer, die ihre Texte in der Werkstatt zur Diskussion stellten und sich mit den Kollegen und Dozenten über geglückte Metaphern und schiefe Bilder austauschten, sind mittlerweile weit über den engeren Zirkel des Literaturbetriebs hinaus bekannt. Ob Judith Hermann oder Zsuzsa Bánk, ob Georg Klein oder Norbert Zähringer: Ihre Bücher sind in renommierten Verlagen erschienen. Dies wünschen wir auch den acht Autoren, die wir in diesem Heft vorstellen. Und wir sind sehr zuversichtlich, daß es auch den Autorinnen und Autoren der Werkstatt 2002 gelingen wird, demnächst ihre ersten eigenen Bücher in Händen zu halten. Wir jedenfalls präsentieren die acht in Wort und Bild in diesem Heft.

Und der Abschied? Eigentlich hätten wir Joachim Sartorius im letzten Heft schon verabschieden können, denn im Dezemberheft 2002 stellte er zum letzten Mal in der Kolumne „Auf Tritt Die Poesie“ lustvoll und kenntnisreich Dichter aus den verschiedensten Sprachräumen vor. Immerhin sieben Jahre lang betreute er diesen Ort der Poesie. In diesem Heft nun stellen wir ihn selbst als Dichter vor. Die Idee dazu und die Einführung steuerte der in dieser Reihe auch schon porträtierte Felix Philipp Ingold bei. Unser Dank gebührt also beiden! Als Herausgeber bleibt Joachim Sartorius unserer Zeitschrift verbunden.

Das Heft eröffnen wir mit Wolfgang Koeppens Gedicht nach potsdam. Es ist Peter Huchel gewidmet, dessen hundertster Geburtstag am 3. April begangen wird. Wir gratulieren mit einer umfangreichen Interpretation dieses Gedichts durch Wilhelm Haefs. Außerdem bringen wir, sozusagen im Nachgang zu unserem kleinen Kafka-Schwerpunkt im letzten Heft, ein Interview mit Reiner Stach, dessen im Herbst erschienene Kafka-Biographie Aufsehen erregte. Und schließlich gilt es noch Joachim Kalkas Notizen zu Vorgängen in den USA und Großbritannien anzuzeigen, diesmal beschäftigt er sich mit der Schwierigkeit, politcal correctness und Literatur unter einen Hut zu bringen, viel Vergnügen.


Inhalt

   
Wolfgang Koeppen
nach potsdam 4
Wilhelm Haefs Potsdam, Brandenburg 6
   
Berliner Autorenwerkstatt
Prosa 2002
 
Thorsten Becker Das Pier 28
Larissa Boehning Stummer Fisch Geliebter 38
Tiin Kurtz Herr Rädermann raubt den Wald 47
Ulla Lenze Gegrüßet seist du 56
Danxia Luo Hochzeitsnacht im Jingmao-Tower 65
E. A. Markmiller Ostersonntag 75
Sebastian Orlac SpürPanzer 85
Jana Scheerer Das Mietschwein 95
     
Ulrich Rüdenauer
Reiner Stach
Dieses rätselhafte Genie 101
     
Joachim Kalka GB/US. Notizen (VII) 114
   
Auf Tritt Die Poesie  
Felix Philipp Ingold Daß sich alles verändert hat, jeder, alles 124
Joachim Sartorius Gedichte 127