Nr. 180, Dezember 2006

Ein Heft ganz im Zeichen bedeutender Autoren: Christina Weiss würdigt den kurz vor der Verleihung des Büchner-Preises verstorbenen Oskar Pastior. Thomas Geiger unterhält sich mit der Schriftstellerin und Juristin Juli Zeh über diese beiden Disziplinen, Ute Nyssen schildert die Bühnenkarriere Elfriede Jelineks aus der Sicht des Theaterverlages.

Dazu: 

  • Wir veröffentlichen neue Prosa von Peter Kurzeck, neue Lyrik von Tomas Venclova, Silke Scheuermann und Ursula Krechel.
  • Zu Gast in Berlin ist der Mexikaner David Toscana.
  • Auf Tritt … Carla Harryman, vorgestellt von Matthias Göritz.

Editorial

Die Buchmesse in diesem Jahr wurde von einem Trauerfall überschattet. Am 4. Oktober starb der rumäniendeutsche Dichter Oskar Pastior in Frank¬furt – nur wenige Wochen vor der Verleihung des Georg-Büchner-Preises, der ihm für sein Lebenswerk zuerkannt worden war. Wir beginnen dieses Heft mit dem Abdruck der Laudatio, die Christina Weiss, nunmehr posthum, am 21. Oktober für Oskar Pastior gehalten hat. Dazu drucken wir sechs Photographien von Renate von Mangoldt, die den Dichter seit den sechziger Jahren immer wieder portraitiert hat.

Die Dichtung hat auch in diesem Heft wieder breiten Raum. In der Kolumne Auf Tritt Die Poesie stellt der Lyriker Matthias Göritz die nordamerikanische Poetin Carla Harryman mit ihren „poetischen Abenteuern“ Baby in der Übersetzung von Silke Scheuermann vor. Mit Silke Scheuermann und ihrem Allegorien-Zyklus eröffnen wir eine kleine Lyrikabteilung. Mit jeweils drei Gedichten sind darin noch der in den USA lebende und aus Litauen stammende Dichter Tomas Venclova sowie die Berliner Lyrikerin Ursula Krechel vertreten.

Neue Prosa drucken wir von Peter Kurzeck, der seine autobiographisch-poetische Chronik fortschreibt und uns in das Jahr 1983 zurückführt. Als Gast des Berliner Künstlerprogramms des Deutschen Akademischen Austauschdienstes lebte der Mexikaner David Toscana 2003 ein Jahr in der Hauptstadt Wir stellen ihn mit einem längeren Auszug aus seinen Roman Trauer um Miguel Pruneda vor.

Darüber hinaus schildert Ute Nyssen am Beispiel Elfriede Jelinek die Freuden und Leiden einer Theaterverlegerin. Thomas Lehr geht in einem Vortrag für die Literarische Gesellschaft Köln dem nicht immer spannungsfreien Verhältnis von Literatur und Naturwissenschaften nach. Und schlie߬lich haben wir ein Gespräch mit der Juristin und Autorin Juli Zeh geführt, in dem es um die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der beiden Disziplinen geht.

Herausgeber und Redaktion


Inhalt

Christina Weiss
Jonglieren mit Klängen und Lettern 348
Peter Kurzeck
Oktober und wer wir selbst sind 360

Zu Gast in Berlin

David Toscana
Trauer um Miguel Pruneda 374

Auf Tritt die Poesie

Mathias Göritz
Zwischen Baby und Tiger 390
Carla Harryman
Baby 392
Ute Nyssen
Zu den eisigen Höhen des Ruhms 399
Juli Zeh
Thomas Geiger
Es geht immer um Sprache 417

Neue Gedichte

Silke Scheuermann
Allegorien 432
Tomas Venclova
Gedichte 438
Ursula Krechel
Gedichte 444
Thomas Lehr
Das gestörte Experiment 447