Nr. 196, Dezember 2010

Eröffnet wird das Heft mit der Laudatio Helmut Boettigers zum Georg-Büchner-Preis für Reinhard Jirgl und mit Jirgls Dankrede. Und dann laden wir Sie zu einer literarischen Reise durch drei Kontinente ein: Der koreanische Dichter Ko Un, Autor des Mammutprojekts Maninbo (Zehntausend Leben); zwei nordafrikanische Schriftsteller – die Algerierin Assia Djebar und der Kairoer Autor Baha Taher – im Interview; und der ungarische Lyriker, Essayist und Drehbuchautor István Kemény als „Gast in Berlin“.

Dazu Erstveröffentlichungen von Daniela Seel, Joachim Zünder, Hans-Peter Meißnitzer und Peter Kurzeck.

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Editorial

Drei Kontinente sind in dieser Ausgabe von „Sprache im technischen Zeitalter“ enthalten. Der polyglotte Lyriker, Übersetzer und Nachdichter Matthias Göritz stellt in unserer Kolumne „Auf Tritt Die Poesie“ den koreanischen Dichter Ko Un und sein Mammutprojekt Maninbo (Zehntausend Leben) vor. Ko Un versucht nichts weniger, als allen Menschen, denen er begegnet ist, ein poetisches Denkmal zu setzen. Der Journalist Michael Magercord hatte anlässlich der Prager Buchmesse in diesem Frühjahr die Möglichkeit, mit zwei der wichtigsten Stimmen der nordafrikanischen Literatur über die dortige Lage der Literatur zu sprechen. Er interviewte die Friedenspreisträgerin des Deutschen Buchhandels Assia Djebar und einen der großen alten Männer der ägyptischen Literatur, den Kairoer Autor Baha Taher. Aus dem europäischen, nicht deutschsprachigen Ausland ist der ungarische Lyriker, Essayist und Drehbuchautor István Kemény mit Gedichten vertreten. Er ist noch bis nächsten April als Stipendiat des Berliner Künstlerprogramms des DAAD „Zu Gast in Berlin“. Die Einführung des Budapesters, in dessen Küche sich in den achtziger Jahren die inoffizielle ungarische Literatenszene jeden Donnerstag bei Schmalzbroten traf, besorgte die Berliner Kritikerin Cornelia Jentzsch.

Die Prosa ist mit zwei recht ausführlichen Texten vertreten. Zum einen mit der Erzählung des noch zu entdeckenden Hans-Peter Meißnitzer, die uns in das heutige Reich des ehemaligen Kakaniens führt. Zum zweiten drucken wir ein Kapitel aus dem voraussichtlich im kommenden April erscheinenden Roman Vorabend von Peter Kurzeck ab. Vorabend ist ein weiterer Baustein seiner fulminanten Chronik Das alte Jahrhundert.

Viel zu wenig bekannt ist, dass die hoch gelobte kookbooks-Verlegerin Daniela Seel auch selbst Lyrikerin ist, wir drucken neue Gedichte von ihr. Ebenso wie von dem Berliner Dichter Joachim Zünder.

Das Heft eröffnet jedoch Helmut Böttiger mit seiner Laudatio auf den diesjährigen Büchnerpreisträger. Im Anschluss dokumentieren wir auch die Dankrede Reinhard Jirgls, die er am 23. Oktober 2010 bei der Verleihung des Georg-Büchner-Preises in Darmstadt gehalten hat.


Inhalt

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  Georg-Büchner-Preis 2010  
Helmut Böttiger Brache Stätten 396
Reinhard Jirgl „Praemeditatio malorum – Schreiben am mitternächtigen Ort“ 404
     
  Auf Tritt Die Poesie  
Matthias Göritz Ko Un: Zehntausend Leben 415
Ko Un Gedichte 418
     
Daniela Seel Gedichte 429
Joachim Zünder Odenwald-Herbst / Einselsatzkunde 436
Peter Kurzeck 28 441
Hans-Peter Meißnitzer Perpetuum Mobile 456
Michael Magercord Was ist mit dem Wort geschehen? 481

   

Zu Gast in Berlin  
Cornelia Jentzsch István Kemény 496
István Kemény Gedichte 499
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