Nr. 200, Dezember 2011

Ein halbes Jahrhundert „Sprache im technischen Zeitalter“: Mit Walter Höllerers programmatischem Aufsatz und Erinnerungen von Friedrich Christian Delius blicken wir auf das Gründungsjahrzehnt zurück. Lyrik und Prosa aus Deutschland und von anderswo. Außerdem:

  • In Auf Tritt Die Poesie stellt Matthias Göritz den amerikanischen Lyriker GC Waldrep vor.
  • Auch in unserer Kolumne Zu Gast in Berlin steht die Lyrik im Zentrum – diesmal Gedichte von Breyten Breytenbach.
  • Noch neu zu entdecken im deutschsprachigen Raum sind die slowenische Dichterin Stanka Hrastelj und der georgische Prosaist Sasa Burchuladse.
  • Darüber hinaus finden sich neue Gedichte von Nico Bleutge im Heft sowie je eine neue Erzählung von Burkhard Spinnen und Daniela Dröscher.
  • Und schließlich dokumentieren wir Christopher Schmidts Laudatio auf Linah Saneh, Rabih Mroué und ihre Übersetzerin Monique Bellan zur Verleihung des Jürgen Bansemer & Ute Nyssen Dramatikerpreises.

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Editorial

Dies ist das 200. Heft der Zeitschrift „Sprache im technischen Zeitalter“. Mit dem ersten Heft des neuen Jahres werden wir also 50. Jahrgang beginnen.

Zur Einstimmung auf den Jubiläumsjahrgang drucken wir am Anfang dieses Heftes den Aufsatz des Spr.i.t.Z.-Gründers Walter Höllerer „Zur Sprache im technischen Zeitalter“ noch einmal nach. Der Titel dieser Zeitschrift ist Last und Lust: Last deshalb, weil er leichthin falsch gelesen sein kann, so als wären wir ein Magazin für technische Gebrauchstexte. Die Wahrheit ist, dass Walter Höllerer 1959 einen Ruf an die Technische Universität in Berlin bekam und ein Institut für Sprache im technischen Zeitalter ins Leben rief, aus dem heraus sich dann die dortige Germanistik entwickelte. Neben der Zeitschrift Akzente gründete Höllerer das neue Periodikum als literaturwissenschaftliches Schwesterblatt. Im Laufe der Jahre wurde es aber immer mehr zu einer Literaturzeitschrift, spätestens als das Literarische Colloquium die redaktionelle Heimat für die Spr.i.t.Z. wurde, war der primärliterarische Anteil größer als der literaturwissenschaftliche. Liest man „Zur Sprache im technischen Zeitalter“ heute noch einmal, gibt es natürlich einiges, woran man die Zeitgebundenheit des Textes erkennen kann, andererseits ist man über die Frische des Textes überrascht.

Neben diesen Urtext haben wir eine Erinnerung des diesjährigen Büchnerpreisträgers Friedrich Christian Delius gestellt, der ebenfalls in die sechziger Jahre zurückweist: an seinen ersten Auftritt in der Gruppe 47. Im Weiteren gibt es neue Lyrik und Prosa aus Deutschland und von anderswo. In Auf Tritt Die Poesie stellt Matthias Göritz den amerikanischen Lyriker GC Waldrep vor. Auch in unserer Kolumne Zu Gast in Berlin steht die Lyrik im Zentrum. Wir drucken neue Gedichte des ehemaligen DAAD-Gastes in Berlin Breyten Breytenbach aus Südafrika. Noch neu zu entdecken im deutschsprachigen Raum sind die slowenische Dichterin Stanka Hrastelj und der georgische Prosaist Sasa Burchladse. Darüber hinaus finden sich neue Gedichte von Nico Bleutge im Heft sowie je eine neue Erzählung von Burkhard Spinnen und Daniela Dröscher. Und schließlich dokumentieren wir Christopher Schmidts Laudatio auf Linah Saneh, Rabih Mroué und ihre Übersetzerin Monique Bellan, die er aus Anlass des Jürgen Bansemer & Ute Nyssen Dramatikerpreis gehalten hat.


Inhalt

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Walter Höllerer Zur Sprache im technischen Zeitalter 374
Friedrich Christian Delius Jungdichter, Lach- und Lehrmeister 393
     
  Auf Tritt Die Poesie  
Matthias Göritz Die Welt im Wimpernschlag 399
GC Waldrep Gedichte 402

   
Burkhard Spinnen Trainee Max 409
Nico Bleutge Gedichte 420
Daniela Dröscher Sans Soleil

425

Stanka Hrastelj Die Poesie meines Landes 432
Sasa Burchuladse passive attack 445

   
Christopher Schmidt Entgrenzung des Theaterbegriffs 462

   

Zu Gast in Berlin  
Breyten Breytenbach Gedichte 468
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