Nr. 201, März 2012

Traditionell ist das erste Heft eines Jahrgangs von Sprache im technischen Zeitalter dem Nachwuchs gewidmet – auch in diesem, dem 50. Jahrgang unserer Zeitschrift. Neun junge Autorinnen und Autoren nahmen im Herbst 2011 an der Autorenwerkstatt Prosa des Literarischen Colloquiums Berlin teil, die von Ursula Krechel und Thorsten Dönges geleitet wurde. Ingo Schulze hat der Zeitschrift – quasi als Jubiläumbsgeschenk – eine sehr lange Geschichte überlassen: „Das Deutschlandgerät“. In Auf Tritt Die Poesie präsentiert Michael Braun den Leipziger Lyriker Michael Fiedler. Zu Gast in Berlin ist der Niederländer Erik Lindner.

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Editorial

Das erste Heft im neuen Jahr ist traditionell dem Nachwuchs gewidmet, genauer gesagt den Stipendiaten der LCB-Schreibwerkstatt. Neun junge Autorinnen und Autoren nahmen im Herbst 2011 an der Autorenwerkstatt Prosa des LCB teil, die von Ursula Krechel und Thorsten Dönges geleitet wurde. Über Familiengeschichten und die ihnen individuell angemessene literarische Form wurde diskutiert und über einen Text, der von einem langen, ereignisreichen Sommer erzählt und dessen Bilder zu flirren begannen. Am Beispiel mehrerer Erzählungen wurde ausgelotet, wie weit Leser einem Strom von Assoziationen und Bildern zu folgen in der Lage und willens sind. Wie lässt sich wahrgenommene Wirklichkeit in ihrer Komplexität in einen Text bannen? Und was geht in den Köpfen deutscher Mahn- und Gedenkstättenkulturverwalter vor? Phobien wurden archiviert, die fragilen Beziehungen zwischen Figuren auf die Probe gestellt. Und schließlich begrub Kants vollkommen außer Rand und Band geratene „Kritik der Urteilskraft“ das Gewusel der Frankfurter Buchmesse unter sich. Thematische und sprachliche Vielfalt war einmal mehr angesagt in der Autorenwerkstatt. In diesem Heft also präsentieren wir die jungen Autoren, und Ursula Krechel führt in einem kurzen Vorspann in die Schreibprojekte ein.

Ingo Schulze hat uns – quasi als Geschenk – zum 50. Jahrgang dieser Zeitschrift eine sehr lange Geschichte überlassen: „Das Deutschlandgerät“. Was es damit auf sich hat, welche Metaphorik sich daraus entwickelt, wie sich der Autor selbst in die Erzählung rein- und wieder rausmogelt, lesen Sie am besten selbst.

In Auf Tritt Die Poesie präsentiert Michael Braun den Leipziger Lyriker Michael Fiedler. Die Präsentation erfolgt in drei Schritten: durch die Einführung Brauns, durch die abgedruckten Gedichte und durch Notizen zur Poetik von Michael Fiedler selbst. Gedichte drucken wir auch von Erik Lindner, Gast des Berliner Künstlerprogramms des DAAD in diesem Jahr.


Inhalt

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  Auf Tritt Die Poesie  
Michael Braun Wörter, die Verletzungen waren 4
Michael Fiedler Gedichte 6
Michael Fiedler Akkurate Fahnenzeichen 15
     
  Berliner Autorenwerkstatt Prosa 2011  
Kenah Cusanit Fortgehen, indem man dableibt

17

Enrico Dietrich Zerflattert 25
Roman Ehrlich Ingenieure der Zeit 34
Lin Franke Die stillen Stunden der Jahre 45
Jan Friedrich Sommer mit Roxie 54
Eva Kobler Roza 60
Simone Lappert Die Feindseligkeit lebenswichtiger Organe an sich 69
Kati Sprung Postkarte 78
Tabea Steiner Wollmützen 86

   
Ingo Schulze Das Deutschlandgerät 96

   

Zu Gast in Berlin  
Erik Lindner Fünf Gedichte 134