Nr. 215, September 2015

Erzählen ist überleben.

Zum 80. Geburtstag von Dieter Forte.


Editorial

Dieses Heft besteht fast ausnahmslos aus Hommagen. Der Duden, in seiner reduzierten Form im Internet, erklärt recht lapidar. Hommage = Veranstaltung, Werk, Darbietung als Huldigung für einen Menschen, besonders einen Künstler. Dieses Heft huldigt einer Fotografin, den literarischen Übersetzern, einem Dichter, einem Schriftsteller und Lektor, einem Lyriker und vor allem einem großen Prosa- und Theaterautoren.

Das Heft eröffnen wir mit dem amtierenden Bundespräsidenten Joachim Gauck, der am 27. Mai zu einem Abend zu Ehren der literarischen Übersetzer in das Schloss Bellevue einlud – übrigens auf Anregung seiner Lebensgefährtin Daniela Schadt, wie er in der hier dokumentierten Rede gestand. Hans Christoph Buch wiederum eröffnete am 7. Mai 2015 mit der hier abgedruckten Ansprache »Alle Vögel alle« die Doppelausstellung »Zeitsprünge« und »Idee des Sitzens« der jahrzehntelang als Hausfotografin im LCB arbeitenden Renate von Mangoldt. Dieter M. Gräf erinnert an Rolf Dieter Brinkmann und in unserer Serie »Auf Tritt Die Poesie« stellt Michael Braun den Berliner Zeitschriftenherausgeber und Dichter Michael Speier vor – auch das ist ja eine Huldigung. Aber im Mittelpunkt dieses Heftes sind Texte versammelt, die anlässlich des 80. Geburtstages von Dieter Forte entstanden sind. Der Düsseldorfer und Wahlbasler wurde am 14. Juni 1935 geboren und die S. Fischer Stiftung, der S. Fischer Verlag, die Universität Basel, das dortige Literaturhaus sowie das Theater Basel nahmen diesen runden Geburtstag zum Anlass, vom 12. Juni bis 14. Juni ein Festprogramm auszurichten. Aus gesundheitlichen Gründen konnte Dieter Forte leider nicht anwesend sein, aber durch die literaturwissenschaftlichen Beiträge des Colloquiums »Erzählen ist überleben« näherte man sich in vielfältiger Weise dem Werk des Jubilars. Am ersten Abend wurde zum ersten Mal aus Dieter Fortes im Entstehen begriffenem Text »Als der Himmel noch nicht benannt war« gelesen. Wir drucken daraus Auszüge, dazu die Beiträge des Symposiums sowie einen Geburtstagsgruß des Dramaturgen Hermann Beil. Wir danken der S. Fischer Stiftung für die Überlassung der Beiträge.


Inhalt

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Joachim Gauck Wir können einander verstehen 234
Hans Christoph Buch Alle Vögel alle 238
 
Erzählen ist überleben. Zum 80. Geburtstag von Dieter Forte­
Hermann Beil Gruß an Dieter Forte! 246
Jürgen Ritte Dieter Forte - Für eine Anthropologie des Erzählens 250
Klaus-Michael Bogdal Abbrechendes Todesatmen. Forte und das Gedächtnis der deutschen Literatur 265
Irmgard M. Wirtz Das Labyrinth der Welt 273
Martina Kuoni Mit Dieter Forte im Labyrinth der Welt 280
Alexander Honold Erinnerungsräume in doppelter Buchführung 289
Jürgen Hosemann »Sie können das in Prosa!« 297
Dieter Forte Als der Himmel noch nicht benannt war 311
 
Auf Tritt Die Poesie­
Michael Braun »ich geh herum in weißem wissen« 325
Michael Speier Gedichte 328
Ute Nyssen Der gestörte Eros 336
Dieter M. Gräf »Die Literatur muß verschwinden« 347
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