Nr. 173, April 2005

Schwerpunktthema: Berliner Autorenwerkstatt Theater 2004 mit einer Einleitung von Hinrich Schmidt-Henkel und Texten von Thilo Bock, Jannis Klasing, Mareike Krügel, Rainer Merkel, Norbert Müller, Norbert Niemann, Markus Orths und Burkhard Spinnen. Außerdem:

  • Friedrich Christian Delius erläutert, warum Friedrich Schiller Joschka Fischer einen Barbaren nennen würde.
  • Joachim Kalka beschreibt britische Weihnachtsbräuche.
  • Jean Krier veröffentlicht neue Gedichte.
  • Auf Tritt … Nico Bleutge, vorgestellt von Michael Braun.

Editorial

Es ist seit Jahren gute Tradition, an diesem Ort die Stipendiaten der Berliner Autorenwerkstatt, die im Literarischen Colloquium Berlin durchgeführt wird, vorzustellen. Als 1997 unter der Leitung von Katja Lange-Müller und Burkhard Spinnen an den ersten Schreibworkshop aus den Anfängen des LCB angeknüpft wurde, war noch nicht absehbar, wie erfolgreich sich die „Werkstatt“ entwickeln sollte. Im Zeitraum von 1997 bis 2003 haben 50 Autoren, die bis zur Teilnahme noch keine eigene Buchveröffentlichung vorweisen konnten, teilgenommen. Bis zum Februar 2005 veröffentlichten sie 53 Bücher. Wie erfolgreich die Arbeit war, kann man auch an den 75 Preisen und Stipendien ablesen, die den Werkstattautoren zuerkannt wurden. Unter den Teilnehmern finden sich Namen, die aus der heutigen Literaturszene nicht mehr wegzudenken sind, Namen wie Judith Hermann, Inka Parei, Zuszsa Bank, aber auch Georg Klein, David Wagner oder Sherko Fatah. Im letzten Jahr versuchten wir etwas anderes: Wir forderten „gestandene“ Autoren auf, sich für eine Theaterautorenwerkstatt zu bewerben. Unter der Leitung des vielfach mit Preisen ausgezeichneten (Theater-)Übersetzers Hinrich Schmidt-Henkel arbeiteten im letzten Jahr acht Jungdramatiker (in der Regel) an ihrem ersten Stück. Das führte zu der durchaus bemerkenswerten Tatsache, daß ein ehemals Lehrender, sich flugs in der Rolle des Lernenden wiederfand. Wir hoffen natürlich, daß die entstandenen Stücke ihren Weg auf die Bühnen dieses Landes finden werden. Toi, toi, toi …

Von den Jungdramatikern ist der Weg nicht weit zu einem Altmeister des Faches, der zur Zeit in aller Munde ist, zu Friedrich Schiller also. Friedrich Christian Delius rät nicht nur Politikern, Schillers Schrift Über die ästhetische Erziehung des Menschen zu lesen, um vor Barbarismen der verschiedensten Art verschont zu bleiben. Jo Kalka beleuchtet in seiner Kolumne GB/US die eigentümlichen Erscheinungsformen der Weihnachtszeit im anglo-amerikanischen Raum. In Auf Tritt Die Posie stellt Michael Braun den Lyriker Nico Bleutge vor, und ein Lyriker, der Luxemburger Jean Krier, schließt auch dieses Heft mit seinen Gedichten.


Inhalt


Auf Tritt Die Poesie  
Michael Braun Wandernde Teilchen 4
Nico Bleutge Gedichte 7
   
Berliner Theaterwerkstatt
Theater 2004
 
Hinrich Schmidt-Henkel Zur Autorenwerkstatt Theater 2004 15
Thilo Bock Ums Verrecken um Schnecken 17
Jannis Klasing Laokoon 28
Mareike Krügel Picasso zieht sich an 38
Rainer Merkel Gewaltversuch 45
Norbert Müller Best of Germany 53
Norbert Niemann Das Wrack 63
Markus Orths Lehrerzimmer 80
Burkhard Spinnen Inkasso 86
   
Friedrich Christian Delius Deutschland, ein Schlaraffenland 92
   
Joachim Kalka GB/US. Notizen (XV) 106
   
Jean Krier Gedichte 113